Weisshaus – bald wieder das Trierer Ausflugsziel

Sie freuen sich bereits auf den Start in der kommenden saison: Patrick Anell, Daniela Schäfer-Anell, Wolfgang Schäfer, Andreas Ludwig und Hans-Jürgen Lichter. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Jetzt ist es offiziell: Das Weisshaus hat seinen Prinzen gefunden, der es wachküssen wird. Der Stadtrat Trier hat dem Unternehmer Wolfgang Schäfer aus Schillingen (IFA Gesellschaft für Immobilien) am 26. September 2018 an der Liegenschaft Weisshaus das Erbbaurecht mit einer Laufzeit von 45 Jahren übertragen. Mitte der kommenden Saison, so schätzt Schäfer, wird das Weisshaus den Bürgern der Region nach einem über vierjährigen Dornröschenschlaf wieder offenstehen. Baudezernent Andreas Ludwig stellte den neuen Betreiber am Donnerstag in einer Pressekonferenz vor.

Von Rolf Lorig

Vor genau einem Jahr hatte der reporter bereits berichtet, dass Schäfers IFA den Zuschlag für das Weisshaus bekommen wird. In Trier ist die IFA längst kein unbekanntes Unternehmen mehr. Auf der Tarforster Höhe hat das Unternehmen Studentenwohnungen mit gewerblichen Räumen gebaut, die unter anderem von einer Supermarkt- und einer Drogeriemarktkette genutzt werden. In der Petrusstraße, gegenüber der Sparkasse, wurde mit Liebe zum Detail ein großes Wohnhaus saniert. Und, um die lange Reihe abzukürzen, Anfang des Jahres übernahm die IFA das Penta-Hotel in der Kaiserstraße, sanierte es und betreibt das Vier-Sterne-Haus seitdem unter dem weltweit bekannten Markennamen Best Western.

Die alte Orangerie soll für Feste und Bankette neu hergerichtet werden.

Dass nun auch das Weisshaus unter das Dach der IFA gekommen ist, sieht Baudezernent Andreas Ludwig als Glücksfall. Denn bei den Vorgesprächen im Trierer Stadtrat wurde deutlich, dass Schäfer über eine große unternehmerische Kompetenz verfügt. Betreibt der Unternehmer doch gemeinsam mit seiner Familie weitere gastronomische Objekte beispielsweise in Saarburg und Losheim, die schon seit Jahren dort zu den besten Adressen zählen.

Familiengerechte Preise

Doch heißt das, dass es künftig im Weisshaus nur noch gehobene Gastronomie geben wird? Hans-Jürgen Lichter, der sich bei Wolfgang Schäfer für das Weisshaus stark machte und im Auftrag der IFA dann auch alle Verhandlungen mit der Stadt führte, hat da andere Vorstellungen: “Uns ist es wichtig, dass das Haus wieder zu dem wird, was es früher einmal war – ein Ausflugsziel, zu dem alle Bürger der Region gerne gekommen sind. Das heißt dann natürlich auch, dass wir dort ein Gastronomieangebot für jeden Geldbeutel vorhalten. Auch eine mehrköpfige Familie sollte dann dort in der Lage sein, für 50 Euro einen schönen Nachmittag zu verbringen.”

Daniela Schäfer-Anell, die Tochter des Firmenchefs, steckt dazu schon mitten in den planerischen Vorbereitungen. Bevor sie aber loslegen kann, sind die Handwerker gefordert. Zwar befinde sich das Weisshaus soweit in einem guten Zustand, der lange Leerstand habe dem Gebäude kaum geschadet, lobt Wolfgang Schäfer den Baudezernenten. Dennoch wird die IFA um einige energetische und architektonische Veränderungen nicht herumkommen. Zwischen einer bis zwei Millionen Euro werden wohl dafür erforderlich sein, schätzt der Unternehmer und verweist darauf, dass eine verbindliche Aussage hier kaum möglich sei, da der laufende Baubetrieb oftmals erst Schwachstellen offenbare, die man vorher nicht sehen konnte. Dennoch sei man guten Mutes, schon im Sommer das Weisshaus neu eröffnen zu können.

Ein Biergarten für bis zu 300 Besucher

In der warmen Zeit wird mit Sicherheit der Biergarten, der für 250 – 300 Besucher Platz bieten soll, mit seinem Panoramablick über Trier das beliebteste Ziel sein. Zum Ausschank kommen sollen hier neben alkoholfreien Getränken auch regionale Biere und Weine. Wobei Schäfer auch ein eigenes Produkt nach Trier bringen will, betreibt sein Schwiegersohn Patrick Anell doch bereits seit Jahren mit dem “Hochwälder Brauhaus” eine eigene Brauerei.Das Restaurant, das vor dem Start innenarchitektonisch auf den neuesten Stand gebracht werden soll, setzt bei seinem Angebot ebenfalls auf regionale Produkte. Hier werden künftig bis zu 200 Gäste Platz finden.

Investor Wolfgang Schäfer will das Weisshaus wieder den Trierer Bürgern zugänglich machen.

Im Bereich der Gastronomie hat sich Daniela Schäfer-Anell eine Menge vorgenommen: Preisgünstigen Mittagstisch soll es im Weisshaus künftig genauso geben wie Kaffee und Kuchen zur Nachmittagszeit. Auch für die Orangerie hat Schäfer-Anell Pläne: Dort sollen nach Fertigstellung Tagungen, Hochzeiten oder Bankette stattfinden.

Für den reibungslosen Ablauf sollen 25 – 30 Arbeitnehmer sorgen, wobei Schäfer hier teilweise auf vorhandenes Personal vom Best Western Hotel zurückgreifen will.

Einen Pächter will Schäfer zunächst nicht suchen, sondern das Weisshaus mit eigenen Kräften und nach eigenen Vorstellungen selbst betreiben. Einen Wunsch äußert er dann noch zum Schluss: Es wäre doch toll, wenn die SWT das Weisshaus wieder in den Fahrplan aufnehmen würden. “Wer abends nach einem gemütlichen Bier oder Wein wieder nach Hause aufbrechen möchte, kommt dann dort auch mit etwas Alkohol im Blut gesund wieder an.”


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 3 Kommentare

3 Kommentare zu Weisshaus – bald wieder das Trierer Ausflugsziel

  1. pasch66

    …und dann müsste man nur noch eine Seilbahn von Zurlauben zum Weisshaus bauen und Trier hätte eine echte Touristenattraktion…

     
  2. jupp

    Würde mich sehr interessieren, wie dieser Deal im Zusammenhang mit dem Kauf des Pentahotels (und der damit zusammenhängenden Europahalle) zu bewerten ist?

     
  3. Franjo Buchenwald

    Das wird ja diesen Sommer wieder nichts, schade.

     

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