Weniger Müllabfuhrtermine, niedrigere Kosten

Für die Kunden des A.R.T. in der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg beginnt am 1. Januar 2020 ein neues Zeitalter, in dem Abfallvermeidung großgeschrieben wird. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Wir leben in einem smarten Zeitalter: Wir haben Smartphones, Smart-TV und bald auch die smarte Restabfalltonne. Die kommt schon bald in die Trierer Haushalte, wann genau und was damit alles zusammenhängt, darüber informierte der A.R.T. am Dienstag bei einer Pressekonferenz die Trierer Medienvertreter.

Von Rolf Lorig

“Der A.R.T. geht neue Wege – reine Müllabfuhr, das war gestern. Die Stichworte heute heißen Ressourcen-Schonung und Rohstoffgewinnung.” Max Monzel, A.R.T.-Verbandsdirektor, lässt keinen Zweifel daran, dass die “Zeit der Aschenmänner” unwiederbringlich vorbei ist. Bislang hat sich der Zweckverband Abfallbeseitigung Region Trier (A.R.T.) alleine auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Und dabei eine derart moderne Technik eingekauft, die die Mülltrennung beim Verbraucher rein theoretisch sogar überflüssig machen würde. Was der Gesetzgeber so aber nicht will.

Wer alle 14 Tage seine Tonne rausstellt, muss künftig mehr bezahlen

Jetzt sind die Bürger dran. Die sollen Müll vermeiden und damit mithelfen, Kosten zu sparen. Denn Abfallentsorgung ist mit hohen Kosten verbunden. Allerdings war Müllvermeidung in der Vergangenheit nicht das Lieblingsthema der Verbraucher. Trotzdem kam es Schritt für Schritt zu Veränderungen: Papiertonne, gelbe Säcke, Bio-Tonne. Doch die Ergebnisse waren offenbar nicht die, die man sich erhofft hatte. Jetzt geht man einen Schritt weiter: Ab dem 1. Januar 2020 läutet der A.R.T. ein neues Zeitalter ein. Die Restabfalltonnen werden künftig nur noch 13 Mal im Jahr geleert. Ausnahme: Der einzelne Anlieger will am gewohnten Rhythmus von 14 Tagen festhalten. Dann muss er seine Tonne rausstellen, und die wird denn auch wie gewohnt geleert. Denn der A.R.T. fährt die Trierer Straßen unverändert alle 14 Tage an. Kilometer sparen die Fahrzeuge dabei keine ein, wohl aber Lade- und damit Arbeitszeit.

ABER: Das kostet dann extra Gebühren, ist nicht mehr in der Grundgebühr enthalten. Als Abteilungsleiter Logistik ist Dennis Wefels für die Müllfahrzeuge und ihre Besatzungen verantwortlich. Er erklärt, wie das künftig funktioniert: “Alle unsere Kunden in der Stadt und dem Landkreis Trier-Saarburg bekommen in den nächsten Tagen einen Aufkleber, den sie an ihrer Mülltonne anbringen müssen. Am Entleerungstermin wird diese Tonne dann mit einem Chip und einem Barcode ausgerüstet und damit ‘verheiratet’. Das heißt, jede Tonne kann künftig ihrem Besitzer zugeordnet werden.” Was nichts anderes heißt, als dass künftig allen Kunden neben der monatlichen Basis-Leerung jede weitere Leerung in Rechnung gestellt wird.

Der grüne Punkt unter dem Rand der Tonne, die Dennis Welfels hier in die Kamera hält, ist der Chip, der beim Leeren der Tonne die Zuordnung zum Kunden für die dann anfallenden Zahlungen ermöglicht.

Tonnen ohne Chip und Barcode werden künftig nicht mehr geleert

Und wenn die Tonne keinen Chip und Barcode hat? “Dann bleibt sie mit Inhalt stehen”, sagt Wefels. Eine Aussage, die Verbandsdirektor Monzel zu einem weiteren Aspekt führt. “In Trier gibt es vereinzelt Straßen, da stehen die Abfallbehälter dauerhaft an der Straße, wo sie eigentlich nicht hingehören. Ab Januar bedeutet das, dass diese Tonnen dann auch automatisch alle 14 Tage geleert werden – natürlich zu den neuen, dann geltenden Konditionen. Wer das nicht möchte, muss seine Tonne eben reinholen.”

Wobei nun die Frage im Raum steht, ob die an 13 Terminen im Jahr stattfindende Müllentsorgung nicht zwangsläufig günstiger werden muss? Monzel nickt bestätigend. “Es geht ja um Müllvermeidung. Und da erzielen wir nun mal den maximalen Effekt, wenn es über den Geldbeutel geht. Wer Abfall vermeidet, kann also zukünftig Geld sparen.

Womit dieser Punkt geklärt wäre. Aber was würde mich es denn kosten, wenn ich beim 14-tägigen Rhythmus bliebe? Hier muss Monzel mit einer konkreten Antwort zur Höhe der Verteuerung passen, die Gespräche mit den politischen Trägern der A.R.T. laufen noch. Soviel aber weiß er: “Die neue Gebührenordnung steht spätestens im Dezember fest, weil sie dann auch veröffentlicht wird.”

Auch Containernutzer müssen mehr zahlen

Eine weitere Frage steht im Raum: Wie ist die Situation bei Bewohnern von Mehrfamilienhäusern, die statt einzelnen Tonnen große Container gemeinsam nutzen? Auch die werden ab dem 1. Januar  für ein höheres Müllaufkommen extra bezahlen müssen, sagt der Verbandsdirektor. Abgerechnet werde das dann über die Hausverwaltungen, die man zur Mitarbeit heranziehen werde.

Kirsten Kielholtz, bei der A.R.T. zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, erläutert, wie es nun konkret weitergeht: “Insgesamt verschicken wir jetzt 70.000 Schreiben an unsere Kunden. Die ersten gehen am 15. April raus, die letzten am 20. Mai. In diesen Briefen befinden sich die Informationen zur Umstellung, die die Kunden benötigen. Dabei ist auch der erste Aufkleber, den jeder Kunde auf seine Tonne kleben muss, damit diese am Tag des Leerens durch einen Chip und einen Barcode personalisiert werden kann. Dieser Aufkleber muss aufgebracht werden, wenn man nicht riskieren will, dass die Tonne nicht geleert wird.” Persönliche Daten der Kunden, so die Sprecherin, enthalte weder der Aufkleber noch später der Chip oder der Barcode. Alles diene nur dem Zweck, die Tonne dem jeweiligen Kunden zuordnen zu können.

Kielholtz rechnet trotz Informationsschreiben damit, dass es noch offene Fragen geben wird. Aus diesem Grund habe der A.R.T. im Internet auf seiner Homepage eine Seite eingerichtet, die viele Fragen mit den dazu gehörenden Antworten aufliste.

Übrigens: In den Landkreisen Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich befinden sich die Chips und Barcodes bereits seit längerer Zeit auf den Abfalltonnen.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft 5 Kommentare

5 Kommentare zu Weniger Müllabfuhrtermine, niedrigere Kosten

  1. Pätzold-Konrath Birgit

    Die Idee ist sehr gut. Ich habe nur die Befürchtung dass dadurch nur die illegalen Müllkippen in Feld ,Wald und Wiesen zunehmen werden. Ich hoffe aber, das dann vielleicht verstärkte Kontrollen durchgeführt werden.

     
  2. Stephan Jäger

    „Aber was würde mich es denn kosten, wenn ich beim 14-tägigen Rhythmus bliebe? Hier muss Monzel mit einer konkreten Antwort zur Höhe der Verteuerung passen,…“

    Tja, und somit fehlt leider das Wichtigste im Artikel.

    Sobald wir also wissen, was DIE GLEICHE LEISTUNG WIE ZUVOR kosten wird, wissen wir auch, um was es hier eigentlich geht: Fortschritt in Sachen Müllvermeidung oder lediglich das Durchsetzen einer deftigen Preiserhöhung im Ökomäntelchen.

     
    • Michel

      Genau wie schon beim Elektroschrott, der nicht mehr abgeholt wird, es sei denn, man zahlt dafür.
      Eigentlich müßten die Müllgebühren längst gesenkt werden, da diese Leistungen ja nicht mehr angeboten werden. Und das der eSchrott dann verstärkt in der Resttonne oder in der Umwelt entsorgt wird, das wird billigend in Kauf genommen.
      Für mich ein Generalversagen von Politik und Abfallwirtschaft.

       
    • Jupp de fupp

      genau so sehe ich das auch Herr Jäger. Unglaublich wie hier mal wieder versucht wird den Bürger für dumm zu verkaufen. Die Rechnung bekommt Herr Monzel und seine CDU spätestens bei der nächsten Kommunalwahl serviert.

       
      • Stephan Jäger

        „Unglaublich wie hier mal wieder versucht wird den Bürger für dumm zu verkaufen.“

        Och, warum nicht mal positiv denken? Muss ja nicht sein…

        …und ist doch eine ganz einfache Rechenaufgabe:

        Kostet die HALBE Leistung, etwas Anderes ist die lediglich vierwöchentliche Abfuhr ja nicht, in Zukunft dann auch nicht mehr als die HALBE Jahresgebühr plus, sagen wir einmal irgendetwas diesseits der 10%, da der ART tatsächlich schon relativ lange nicht mehr erhöht hat, dann wäre das eine normale, in etwa der üblichen Teuerung bzw. Inflation entsprechende moderate Gebührenerhöhung. Ferner hätte ich tatsächlich die Möglichkeit, durch Müllvermeidung, also ein ökologisch verantwortungsbewußtes Verhalten, erheblich Geld zu sparen. Eine klassische Win-Win-Situation. Der kommunizierte Grundgedanke wäre glaubhaft.

        Kostet die lediglich noch halbe Leistung aber plötzlich 70% oder mehr der bisherigen Jahresgebühr, dann wäre das eine Preiserhöhung um 40% oder mehr durch die Hintertür. Das, was man klassischerweise Wucher nennt. Die Vermutung läge nahe, dass das Ganze weniger von „ökologischem Verantwortungsbewusstsein“ denn von schnöder Gier getragen wäre. Dann würde, insbesondere bei einer Leistung, die man als Hauseigentümer, ohne eine Auswahl im Wettbewerb zu haben, verpflichtend abnehmen MUSS, zu prüfen sein, inwieweit man (juristisch) dagegen vorgehen kann.

        Warten wir also doch einfach mal ab, bis die Zahlen auf dem Tisch liegen.

         

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