Wenn aus Fotografien Freundschaften entstehen

Die Fotografie ist seine Leidenschaft: Uli Schmidt. Foto: Rolf Lorig

Die Fotografie ist seine Leidenschaft: Uli Schmidt. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Er ist ein Wanderer zwischen den Welten: Uli Schmidt, Jahrgang 1958 und geboren in Rüdesheim am Rhein. Seit etwa siebeneinhalb Jahren hat er in Trier seinen Hauptwohnsitz, pendelt aber zwischen Deutschland, Frankreich und Portugal. Seine Leidenschaften sind das Reisen und das Fotografieren. Zwei Dinge, die sich bestens miteinander kombinieren lassen. Jährlich sind seine Fotos im Durchschnitt in acht internationalen Ausstellungen zu sehen. In Trier zurzeit sogar noch an zwei Orten: im Ökumenischen Verbundkrankenhaus (ehemals Elisabeth Krankenhaus) mit “Lichter der Großstadt” und − soeben eröffnet − im Café Zeitsprung mit “Paris bei Nacht”.

Von Rolf Lorig

Das erste, was beim Betrachten seiner Bilder auffällt, ist die handwerklich saubere Durchzeichnung bei Motiven mit schwierigen Lichtverhältnissen und die brillant-klare Schärfe. Uli Schmidt und die Fotografie − das war ein vorsichtiges gegenseitiges Annähern. Als junger Mann fand er Anschluss in einem Fotoclub, lernte dabei auch die Arbeit in der Dunkelkammer. Allzu viel Spaß hatte er an diesem Teil nicht: “Wenn ich den Auslöser gedrückt hatte, sollte das Bild soweit gelungen sein, dass es keiner großen Nachbearbeitung mehr bedurfte”, war sein Anspruch. Eine eigene Spiegelreflexkamera hatte er zu jener Zeit noch nicht, die kam erst nach der Hochzeit im Jahre 1977 ins Haus.

Bei der Wahl seiner Objektive setzte Schmidt damals wie heute auf Festbrennweiten. “Das bringt zwar mehr an Gewicht, dafür aber auch mehr Schärfe“, weiß er. Und noch etwas: “Mit einem Zoom-Objektiv hat man bei der Wahl des Bildausschnittes natürlich mehr Möglichkeiten. Allerdings muss man sich bei der Arbeit mit Festbrennweiten viel intensiver mit der Bildgestaltung auseinandersetzen.“

Die Fotos von Uli Schmidt sind international begehrt. Jährlich richtet er in unterschiedlichen Ländern etwa acht Ausstellungen aus. Dabei ist die Fotografie gar nicht sein Broterwerb. In seinem beruflichen Leben hat der Lichtbildner schon viele Pferde gesattelt: Er ist Diplom-Sportlehrer, Gymnasiallehrer für Biologie und Sport, hat als Pharmareferent und -ausbilder gearbeitet und war nach einem Aufbaustudium an der Uni Chemnitz in den letzten 15 Jahren in der Personal- und Organisationsentwicklung tätig.

Was Schmidt an der Fotografie schätzt, ist die ständige Begegnung mit Menschen. Für ihn tritt der Idealfall dann ein, wenn aus diesen Begegnungen dauerhafte Freundschaften entstehen. So wie mit der belgischen Sängerin Chantal Câlin, die Schmidt einst bei einem Auftritt fotografierte und die an diesem Tag eigens zur Ausstellungseröffnung nach Trier gekommen ist. Man sieht den Bildern die Liebe zum Menschen an. Schmidt gehört nicht zu den Fotografen, die ihre Fotos ohne Rücksprache mit den darauf zu sehenden Menschen veröffentlichen. Von jedem einzelnen hat er die Einverständniserklärung, hat jedem seiner Models die Fotos zur Freigabe vorgelegt. “Das direkte auf die Menschen Zugehen − das war etwas, was ich mir im Laufe der Jahre erst aneignen musste“, sagt er.

Über mangelndes Interesse an seinen Bildern kann er nicht klagen. Seinen Beruf hat er an den Nagel gehängt, ist als Privatier in der Welt unterwegs. Jede Ausstellung erhöht seinen Bekanntheitsgrad, beschert ihm neue Anfragen. Preise räumt er ebenfalls international ab, auch deutsche Foto-Fachzeitschriften haben ihn fest auf ihrer Liste.

Wer die “Lichter der Großstadt“ noch sehen will, muss sich sputen, die endet am 4. März. Anders die Ausstellung “Paris bei Nacht“ im Cafè Zeitsprung. Die wird dort etwa zwei Monate zu sehen sein. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft, Kultur 3 Kommentare

3 Kommentare zu Wenn aus Fotografien Freundschaften entstehen

  1. Uli Schmidt

    Hallo Herr Lorig, danke für das lockere, freundliche und sympathische Interview. Ich fühle mich gut verstanden und wiedergegeben. Bei gutem und fairem Journalismus fällt es leicht und es macht Spaß sich zu öffnen.
    Uli Schmidt

     
  2. Dagmar

    Ein sehr guter und informativer Bericht, der Lust macht,sich deine Ausstellung anzuschauen. So kennen wir dich, Uli: du beleuchtest alles von allen Seiten und was dabei herauskommt hat Tiefe!!! GLG von den Dagberts

     
  3. Margot und Roland Röttgen

    Wer die spielerisch-ernsthafte Beschäftigung mit Ulis Fotoausrüstung und ihn und seine Talente kennt, muss sich nicht wundern, dass auch bei dieser Tätigkeit sehr gute Ergebnisse nicht auf sich warten lassen. Du betreibst eine Art Bild-Kommunikation zur Freude Deiner Mitmenschen!
    M+R

     

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