Wildwest in Osburg – Schütze von Polizei verhaftet

TRIER/OSBURG. Alles deutet auf einen Fahndungserfolg hin: Nach intensiven Ermittlungen von der Trierer Kriminaldirektion und der Staatsanwaltschaft Trier konnte am Dienstag, 12. März, ein 54-jähriger Tatverdächtiger festgenommen werden. Der Mann steht im Verdacht, in der Nacht auf den 12. August 2017 mit einer abgesägten Schrotflinte durch ein mit einem Rollladen geschlossenes Fenster in ein Wohnhaus geschossen zu haben. Der Schuss galt dem 35-jährigen Nachbarn, der jedoch nicht verletzt wurde.

Der verhaftete 54-Jährige ist laut Aussage des Leitenden Oberstaatsanwaltes Peter Pritzen bereits erheblich vorbestraft. Die von ihm abgeschossene Schrotladung durchschlug sowohl den Rollladen als auch die Fensterscheibe und drang in die gegenüberliegende Wand ein. Der 35-jährige Nachbar lag zum Tatzeitpunkt schlafend auf der unmittelbar unter dem Fenster stehenden Wohnzimmercouch.

Die Staatsanwaltschaft hält es aufgrund der bisherigen Erkenntnisse jedoch für wahrscheinlich, dass der Schuss dem 35-Jährigen galt. Der verhaftete Mann habe es bei Schussabgabe zumindest billigend in Kauf genommen, den völlig arglosen Mann tödlich zu treffen. Als Tatmotiv kommt nach vorläufiger Bewertung ein vorangegangener Streit zwischen dem Beschuldigten und dem Geschädigten in Betracht.

Der Schütze wurde am Mittwoch, 13. März, dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des versuchten Mordes und des unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe.

Mit dem Fall waren Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Trier im Januar 2019 in der Sendung Aktenzeichen XY an die Öffentlichkeit gegangen. Allerdings erbrachte die Sendung nicht die erhofften Informationen. Die stammen laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft aus Erkenntnissen der intensiv geführten Ermittlungen. Gleichwohl, so die Staatsanwaltschaft abschließend, sei die Ausstrahlung des Falles in der Sendung für die weiteren Ermittlungen hilfreich gewesen. (tr)


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