Wo sich Wirtschaft und Politik treffen

Das Freigelände der IHK ist ein idealer Ort für ein Sommerfest und gute Gespräche. Fotos: IHK, Christopher Arnoldi

TRIER. Hält das Wetter, oder wird es doch feucht? Ein Gedanke, der in dieser Woche die Organisatoren des IHK-Sommerfestes und dessen Besucher geeint haben wird. Nun, das Wetter hat gehalten, und die gut 300 Besucher erlebten bei Sekt, Wein und Bier sowie leckeren Speisen einen ebenso abwechslungsreichen wie unbeschwerten Abend.

Von Rolf Lorig

Wie nahe Begrüßung und Verabschiedung beieinander liegen, musste IHK-Präsident Peter Adrian bei seiner Begrüßung der Gäste erfahren, die noch im Tagungszentrum stattfand. Erstmals könne er eine amtierende Bundesministerin begrüßen, freute er sich an die Adresse von Katarina Barley gewandt. Und die wiederum freute sich darauf, wieder einmal einen Abend in ihrem Wahlkreis verbringen und gute Gespräche führen zu können.

Begrüßung und Abschied

Adrians Verabschiedung galt dem scheidenden Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster, dem er für seinen Einsatz um die Region Trier dankte. Dass die Bahn die Fernverbindung von und nach Trier gestrichen hat, bedauerten beide Männer. Doch vielleicht, so Adrian, werde es eines Tages wieder einen IC nach und von Trier geben? Die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt…

Beim Sommerfest der IHK wirbt Ministerrpräsidentin Malu Dreyer für die Politik der Landesregierung.

Lange Reden passen nicht zu einem Sommerfest, das vielmehr breiten Raum zu persönlichen Gesprächen bieten soll. Das wusste auch Peter Adrian und beschränkte sich auf ein kurzes Grußwort sowie auf den Dank an all diejenigen, die in die Vorbereitung des Festes eingebunden waren. Sein besonderer Dank galt dem scheidenden Intendaten des Mosel Musikfestivals, Hermann Lewen, der wie auch in früheren Jahren die Gestaltung des musikalischen Parts übernommen hatte.

Werben für die Landesregierung

Eine, wenn auch kurze Rede, gab es dann doch an diesem Abend. Ministerpräsidentin Malu Dreyer war mit ihrem Ehemann, dem luxemburgischen Honorarkonsul Klaus Jensen, ebenfalls zum IHK-Sommerfest gekommen. Und sie nutzte die Gelegenheit, für die Politik der Landesregierung zu werben. Dabei stellte sie mit dem Thema Digitalisierung einen Themenblock in den Mittelpunkt, über den sie zuvor auch schon in der Vollversammlung gesprochen hatte. Dieses Thema werde das Leben aller Menschen verändern. Deshalb habe sich die Landesregierung zum Ziel gesetzt, aus Rheinland-Pfalz ein Land der digitalen Vernetzung zu machen; so wolle man die Herausforderungen der Zukunft gestalten.

Nicht ohne Stolz verkündete die Ministerpräsidentin vor den Unternehmern, dass das Motto ‟Sparen und investieren‟ im vergangen Jahr aufgegangen sei. Erstmals sei es gelungen, einen Überschuss zu erzielen. Diese Politik wolle man fortführen, dabei aber nicht vergessen, in wichtige Bereiche, wie die Verkehrswege, zu investieren.

Begeisterten ihr Publikum mit A-Capella Darbietungen: Les Brünettes

Wechsel zur Elektromobilität mitgestalten

Und da sie schon mal beim Verkehr war, berichtete Dreyer auch vom Diesel-Gipfel, für den sie eigens ihren Urlaub unterbrochen hatte. Die Thematik betreffe auch Rheinland-Pfalz, da es hier viele Zulieferbetriebe für die Automobilindustrie gebe. Dieser Industriebereich habe sehr viel Vertrauen verspielt. Umso wichtiger sei es, dieses wieder neu aufzubauen. Fahrverbote schloss die Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz aus, sprach sich stattdessen für technische Lösungen aus, die zu einer Reinhaltung der Luft beitragen. Die dürften jedoch nicht nur für hochpreisige Fahrzeuge machbar sondern müssten für alle Fahrzeugklassen mach- und nutzbar sein.

In diesem Zusammenhang brach die Ministerpräsidentin auch eine Lanze für die Elektromobilität. ‟Wir müssen die Transformation begleiten und den Wechsel mit aller Kraft mitgestalten‟, sagte Dreyer und lud alle Anwesenden abschließend zum Tag der deutschen Einheit nach Mainz ein.

Und dann hatten ‟Les Brünettes‟ (Schreibweise stimmt!) die Bühne für sich. Vier Mädels aus Deutschland, die mit ihrem etwa halbstündigen A-Capella-Auftritt das Publikum schnell eroberten und einmal mehr die musikalische Trüffelnase von Hermann Lewen bestätigten. Langer Applaus und dann hieß es: “Viel Zeit für persönliche Gespräche unter freiem Himmel bei bestem Wetter…”


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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