Wolfgang Esser, der Mann auf der Zielgeraden

Wenn Wolfgang Esser (links) im Juli des kommenden Jahres sein Amt an Arnd Landwehr übergibt, hat er 15 Jahre die Geschicke der Arena Trier gelenkt. Foto: Rolf Lorig

TRIER. In der Person von Arnd Landwehr hat Wolfgang Esser, Geschäftsführer der Messe-und Veranstaltungsgesellschaft (MVG), seit dem 1. Juli einen Kollegen erhalten. Und der wurde nach einer halbjährigen Einarbeitung nun den Trierer Journalisten vorgestellt. Und zwar von Pressesprecher Vincenzo Sarnelli, einem weiteren Neuzugang der MVG.

Wolfgang Esser in Trier vorzustellen, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Das Urgestein gehört zu den Menschen, die in Trier aber wirklich fast jeder kennt. Was ganz wesentlich mit der Tatsache zusammenhängt, dass Esser 1990 die damalige TBB als Trainer binnen Rekordzeit in die erste Basketball-Bundesliga geführt hat. Danach trainierte er die Mannschaft zwei weitere Jahre, dann gab er das Amt des Trainers in andere Hände ab.

Seit 2003 leitet Esser nun die Geschicke der Arena Trier. Über lange Zeit zu zweit im Team, seit zwei Jahren alleine. Viel hat sich seit 2003 getan. Aus der Castel Trier GmbH wurde die MVG, zum Betrieb der Arena kam erst der die Betriebsleitung der Messeparkhalle und seit dem 1. Januar 2018 die der Europahalle dazu. Rund 300 Veranstaltungen müssen alles in allem hier jährlich betreut werden. Da passte es prima, dass Esser zum 1. Juli durch Arnd Landwehr Verstärkung erhielt, denn seit zwei Jahren war der frühere Erfolgstrainer Esser nun der alleinige MVG-Geschäftsführer.

Auch wenn viele Trierer sich erst an den Gedankengewöhnen müssen – Wolfgang Esser ist auf der Zielgeraden, ab dem 1. Juli 2019 ist der umtriebige MVG-Geschäftsführer im Ruhestand. Und dann übernimmt Arnd Landwehr. Der 47-Jährige war zuletzt in verantwortlicher Position bei BB-Promotion, eine der größten und renommiertesten Live-Entertainment Agenturen Deutschlands, tätig. Dabei stemmte er Veranstaltungen mit Top Stars wie Metallica und Eric Clapton, große Musical-Produktionen wie “We Will Rock You” oder “West Side Story”, und organisierte zahlreiche Events für und mit großen deutschen Firmen. Mit dem Umzug seiner Familie von Mannheim an die Mosel ist Landwehr nicht nur auf Veranstaltungsebene angekommen.

“Ich will diese Stadt in gewisser Form bereichern”

In den bisherigen Monaten der Zusammenarbeit sei für ihn deutlich geworden, “dass die MVG sehr gut aufgestellt ist und ich viele Chancen und Möglichkeiten sehe, dieses Potential hier zu nutzen und mit meiner Erfahrung weiter mit Leben zu füllen.“ Eine Erwartungshaltung von außen spüre er schon, erklärt Landwehr. Doch dies ist für ihn kein Problem: “Ich freue mich darauf meine Kenntnisse und Erfahrungen aus dem Veranstaltermarkt hier einzubringen. Wir haben ein interessantes Hallenangebot mit der Arena, der Europahalle und dem Messepark, mit ganz unterschiedlichen Ansätzen und Stärken. Mit meinem Team will ich diesem Anspruch gerecht werden, diese Ansätze weiter zu entwickeln und zu vermarkten. Es ist ein großer hehrer Wunsch, diese Stadt, die ich in kurzer Zeit sehr schätzen gelernt habe, in gewisser Form zu bereichern, in großem Respekt und vollster Anerkennung der Leistungen, die Wolfgang und sein Team in den vielen Jahren hier erbracht haben.“

Für Dezernent Thomas Schmitt, der qua Amt Aufsichtsratsvorsitzender der MVG Trier mbH ist, war das einjährige Miteinander ein notwendiges Kriterium bei der Besetzung des Geschäftsführer-Postens: “Uns war wichtig, dass der Nachfolger von Herrn Esser ausreichend Zeit bekommt, in der beide zusammen die Geschäfte führen. Dadurch wollten wir einen reibungs- und lückenlosen Übergang ermöglichen. Die Erfolge der MVG geben uns in diesem Vorgehen absolut recht. Herr Landwehr wird im Juli 2019 ein gut bestelltes Haus von Herrn Esser übernehmen.“ Schmitt begründet auch, weshalb man sich für Landwehr entschieden hat: “Uns war sehr wichtig, dass der Bewerber große Erfahrung im Veranstaltungsbereich mitbringt und so in der Trierer Hallenlandschaft neue Akzente setzen kann. Das haben wir in Arnd Landwehr zweifellos gefunden.”

Neue Akzente, damit kann Landwehr dienen. So will er versuchen, weitere Verbrauchermessen nach Trier in den Messepark zu holen. Darüber hinaus kann er sich auch vorstellen, das dortige Gebäude auch für große Hochzeiten zu vermarkten. Auch mit der Europahalle, die mittelfristig nun doch weiter genutzt werden kann, hat er Pläne, bei denen er auf die Treue der Trierer baut: “Die Menschen hier schätzen diese Halle und gehen gerne dorthin.” Deshalb ist er auch optimistisch, dass die Buchungszahl dort noch erhöht werden kann.

Noch einmal zurück zu Wolfgang Esser. Der erinnert sich noch sehr gut an die erste Begegnung: “Das war im Januar, bei einem Konzert. Wie meistens, war ich auch an diesem Tag im Eingangsbereich und trug mein Namensschild, auf dem auch die Funktion ausgewiesen ist. Arnd Landwehr kam da auf mich zu, begrüßte mich und teilte mir mit, dass er sich auf das Amt des Geschäftsführers bewerben wolle. Zuvor habe er sich aber einen Blick von der Halle und der Stadt machen wollen.” Esser schmunzelt. “Das fand ich beeindruckend. Denn Landwehr war der Einzige der auswärtigen Bewerber, der hierhergekommen war und das Gespräch mit mir gesucht hatte.” Und nach einer kleinen Pause, immer noch schmunzelnd: “Das habe ich natürlich nicht für mich behalten, sondern auch an die Verwaltung weitergegeben…” (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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