“Zeit der Kannibalen“ – Film und Vortrag

TRIER. Arbeitnehmer/innen im 21. Jahrhundert bringen sich dank besserer Schul- und Ausbildung in ‟ihrem“ Unternehmen mit Wissen und Kreativität ein. Organisiert als teilautonome Unternehmenseinheiten übernehmen sie im Team sogar Verantwortung für Produktionsziele und deren Ausführung. Lässt sich die neue Organisationsform der Arbeit dann noch mit Marx denken – erkennen – aneignen? Ist Marx’ Begriff der ‟Entfremdung“ als Fremdbestimmung, Vereinzelung des Arbeitenden überhaupt noch aktuell?

Stephan Siemens, Philosoph und Gründer der Initiative ‟Meine Zeit ist mein Leben“, analysiert in seinem Vortrag “Das unternehmerische Wir – im  Sinne von Marx?“ im Karl-Marx-Haus, wie Teams in Unternehmen in ihrer Selbst-Kontrolle, Selbst-Ökonomisierung und Selbst-Rationalisierung funktionieren. Gesteuert wird die ‟Ich-Wir-Struktur“ als neue Organisationsform der Arbeit auch weiterhin ‟von oben“. Die indirekte Steuerung bleibt jedoch unbewusst. Umso deutlicher sind ihre Auswirkungen wie Burnout und überlange Arbeitszeiten.

Als Einstieg in die Thematik zeigt der Film ‟Zeit der Kannibalen“ den Überlebenskampf dreier Unternehmensberater in ‟ihrer“ Company als bitterböses ‟Kammerspiel der Kapitalisten“. Der Film wird um 18.15 Uhr präsentiert, ab 20 Uhr folgt der Vortrag von Stephan Siemens. Der Eintritt zur Veranstaltung im Museum Karl-Marx-Haus ist frei. Eine Anmeldung (0651/970680 oder info.trier@fes.de) ist aus organisatorischen Gründen erforderlich. (tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Die Reporter-Meldungen, inside54.de Hinterlasse einen Kommentar

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