Zoten, Zwerchfell, Zauberei – Trier, Majuuu!

Samba und Konfetti an der Mosel - Trier, Maju!

Samba und Konfetti an der Mosel – Trier, Maju!

TRIER. Mit einem karnevalesken Feuerwerk ist gestern Abend im Messepark die vierte und letzte Sitzung im Rosa Karneval zu Ende gegangen. Dabei zog die Schmit-Z-Family wieder alle Register, von Zoten bis Zauberei. Ein kurzweiliger Abend von fünf Stunden, ein Potpourri aus fastnachtlicher Tradition und schlüpfrigen Gags, gemixt mit besten Showeinlagen – verfeinert mit politischen Spitzen und jeder Menge Klamauk.

Lachen und feiern, bis der Arzt kommt: Das Motto des diesjährigen Rosa Karneval, “Gay’s Anatomy”, wurde von der großen Mehrheit der Sitzungsbesucher fantasievoll und äußerst kreativ umgesetzt, sodass es im voll besetzten Saal von sexy Krankenschwestern und Stethoskop-behängten Oberärzten nur so wimmelte. Für humoristische Notfälle war erste Hilfe also garantiert.



Ein paar Wehwehchen hatten sie ja schon, die Jungens und Mädschi von der großen Schmit-Z-Family. Waren in den letzten Jahren alle Sitzungen schon weit im Vorfeld ausverkauft, so gab es heuer noch Karten bis kurz vor Toreschluss. Heißt: Auch die schwul-lesbische Szene muss sich immer wieder neu erfinden und notfalls auch verändern. Das ist gelungen. Eine Prise Tradition tut auch den Rosanen gut. Und in der Kürze liegt die Würze. Trier, Maju!



Folglich sparte das bestens aufgelegt Publikum nicht mit Applaus: weder beim launigen “Happy Birthday” für die Landeschefin und Politendologin Dr. med. h.c. Malu Dreyer, die gemeinsam mit Ehemann, Alt-OB und Chefarzt Klaus Jensen ihren 55. Geburtstag bei der letzten Rosa-Sitzung feierte. Donnernden Beifall und Standing Ovations gab es zudem für den furiosen und brillanten Auftritt der Städtischen Garde, die mit ihren schon akrobatischen Showeinlagen ihr ganzes tänzerisches Können bewies. Ein Auftritt, wie er sicherlich auch den kommenden Rosa Sitzungen gut tun würde – klassische Fasnachtstradition, perfekt eingerahmt von frech-fröhlicher Comedy in allen Farben des Regenbogens.



Highlight ohne Frage: (Karl) Sibelius, Malu (Dreyer), Julia (Klöckner) und ein gewisser Hassan aus Absurdistan als Wickelkinder auf der Babystation, streng behütet von Frau Ordensschwester. Grandios und köstlich! Als dann nebst Prinz Elmar I. auch noch die sehnlich vermisste Prinzessin Semra I. im karnevalesken Hofstaat auftauchte, war die Überraschung perfekt. Was anderen Sitzungen nicht gelingt, der Rosa Karneval macht es möglich. Vielleicht aber auch nur deshalb, damit der Prinz beim Rosenmontagszug nicht neben Stefan Kronauer alias Prissy sitzen muss. Denn das könnte für Elmar richtig eng werden. Wer weiß…



Ob homo, hetero, trans oder inter – beim Rosa Karneval verschwimmen alle Grenzen, und zurück bleiben nur begeisterte Gäste, die mit ihren schräg-schrillen Kostümen genauso ein Teil der schillernden Gesamtinszenierung waren wie die Phalanx der zahlreichen Büttenredner, Sänger, Tänzer und vielen Helfer, die die Rosa Sitzung vor allem zu einem machen: zu einem Abend voller Farben, Vielfalt und auch Toleranz. Bunt statt Braun eben! Oder wie in der begeistert beklatschten Trier-Hymne formuliert: Trier – hier engt Dich keiner ein!

Beste Zote des Abends: Masturbation auf Türkisch? Würg die Gürk!

In diesem Sinne wünscht auch der reporter drei tolle Fastnachtstage: Bleiben Sie geschmeidig, halbwegs senkrecht, und kommen Sie gesund in den Aschermittwoch! Wir melden uns von Donnerstag an wieder – dann mit dem politischen Aschermittwoch aus Trier! (at/et)

Blumen fürs Geburtstagskind: Alex Rollinger und Malu Dreyer.

Blumen fürs Geburtstagskind: Alex Rollinger und Malu Dreyer.


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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